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The Craft of Style – Teil 3/4

Erfahre mehr zum Thema Sprachökonomie. Warum solltest du unnötige Wörter streichen und wie gehst du dabei am besten vor?

Im vierten Modul der Coursera-Spezialisierung “Creative Writing” dreht sich alles um das Handwerk des Stils. Ich habe die Inhalte der dritten Woche für dich zusammengefasst: Sprachökonomie – Wie du unnötige Wörter streichst. Wie immer kannst du am Ende des Artikels mit einer Schreibübung das Gelernte festigen.

Warum kürzer besser ist

Brevity it the soul of wit.

Wiliam Shakespeare (Hamlet)

Der erste Grund, dich kurz zu halten, ist der Humor. In der Kürze liegt die Würze. Unnötige Wörter können den Sprachwitz ruinieren.

Only that which does not teach, which does not cry out, which does not condescend, which does not explain, is irresistible.

W.B. Yeats

Der zweite Grund ist, dass Sprache unwiderstehlicher wird, je kondensierter bzw. treffender du auf den Punkt bringst, was du sagen möchtest. Dabei solltest du weder belehren, übertreiben, herablassend sein oder erklären.

Was genau meinte Yeats damit?

Gehe beim Schreiben davon aus, dass deine Leserinnen vieles bereits wissen und du ihnen eigentlich nichts erst erklären musst. Es ist beispielsweise nicht notwendig zu Schreiben “München, die bayerische Hauptstadt”.

Achte konsequent darauf, deinen Leserinnen auf Augenhöhe zu begegnen. Gib ihnen keine Meinungen vor und versuche nicht, sie von deiner Meinung zu überzeugen (wie es manchmal in journalistischen Texten gemacht wird). Deine Aufgabe ist es eine unwiderstehliche Geschichte zu erzählen, die ein Geschehen imitiert und die Gefühle bzw. Erfahrungen lebendig werden lässt. Alles andere kannst du kürzen.

Mystification is simple; clarity is the hardest thing of all.

Julian Barnes

Der letzte Punkt, der für Kürze spricht, ist die Klarheit, die du durch einen kondensierten Schreibstil erzeugst.

Wie gehst du beim Kürzen vor?

Erinnerst du dich noch an “The Craft of Style – Teil 2”? Wir hatten unterschiedliche Wortarten kennengelernt und festgestellt, dass einigen eine größere Bedeutung zukommt als anderen. Nomen und Verben sind beim Schreiben besonders wichtig, weil sie die wesentlichen Dinge bezeichnen: Wer tut es? Wem wird es getan? Womit wird es getan? Wo wird es getan? Was ist geschehen? Um diese Fragen zu beantworten, brauchst du Nomen und Verben.

Whenever an editor sees an adverb, that’s usually the mark of an amateur.

Brando Skyhorse

Alle anderen Wortarten solltest du beim Überarbeiten kritisch hinterfragen. Überlege immer: Brauche ich das Wort wirklich? Gibt es vielleicht ein treffenderes Wort, durch das ich ein oder mehrere andere Wörter ersetzen kann?

Beispiel: 
Er lief schnell nach Hause. > Er rannte heim. 

Kürze radikal und schreibe was du sagen willst, mit so wenigen Worten wie möglich. Nicht selten verbessert sich dadurch dein Text.

SchreibPraxis

Bitte stelle sicher, dass du zuerst Schreibübung: Eine kurze Erzählung – Teil 1 erledigt hast. Du brauchst den Text für Schreibübung: Eine kurze Erzählung – Teil 2.

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Hier geht’s zu den anderen Teilen von “The Craft of Style”

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